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Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Blick auf Überlingen mit Münster St. Nikolaus und Greth vom Bodensee aus.

Die Stadt Überlingen

Überlingen liegt am Nordufer des Überlinger Sees, eines Seitenarms des Bodensees. Die Stadt ist beliebt sowohl als Ferienziel als auch als Kur- und Kneippbad.

Wir haben uns zum Jahreswechsel 2005 / 2006 für ein paar Tage im "Domizil am See", direkt am Landungsplatz im Herzen der Stadt niedergelassen. Zu dieser Zeit ist es relativ still, verglichen mit dem Trubel der Sommermonate. Die meisten Bilder und Berichte stammen von diesem Aufenthalt.

Das markanteste Bauwerk Überlingens ist ohne Frage das Münster St. Nikolaus mit seinen beiden ungleichen Türmen. Aber Überlingen hat natürlich deutlich mehr zu bieten. Und das zu entdecken, machen wir uns jetzt auf den Weg.

Wir starten am Landungsplatz, direkt neben unserem Domizil. Hier fahren die verschiedenen Schifffahrtslinien ab, die Überlingen ansteuern. Heute liegt der See in grau, man kann kaum das andere Ufer sehen. Die Stimmung vermittelt eine gewisse Melancholie, die unklaren Uferlinien am Bodanrück wirken wie verschleiert.

Am Landeplatz fällt auch ein Brunnen ins Auge. Ein Reiter mit Schlittschuhen wird von den Füßen zweier Nixen getragen. Der Brunnen heißt "Bodenseereiter" und stammt vom Bildhauer Peter Lenk (1999). Er bezieht sich auf das Gedicht "Der Reiter und der Bodensee".
Man sagt, der Reiter trage die Gesichtszüge des Schriftstellers Martin Walser, der am Bodensee lebt und dieser soll darüber nicht wirklich erfreut gewesen sein.

Hier findet sich auch die "Greth", ehemaliges Korn- und Handelshaus. Heute findet man hier eine Markthalle, die Touristeninfo, drei Kinos und ein gutes italienisches Restaurant ("Arena"). Direkt neben der Greth liegt die Galerie "Zum faulen Pelz".

Auf dem Rückweg gehen wir durch die Münsterstrasse zur Hofstatt. Davor befindet sich noch ein sehr schöner kleiner Platz, der Pflummernplatz, mit einem kleinen Brunnen.

Die Hofstatt ist der zentrale Platz von Überlingen. Es gibt hier mittwochs und samstags einen Wochenmarkt. Direkt an der Hofstatt befindet sich das Rathaus, eines der markantesten Gebäude in Überlingen. Der Turm an seiner Ecke ist der Pfennigturm, die ehemalige Münze. Ich gehe davon aus, dass es in der Stadt mal ein Münzrecht gab.

Im Rathaus ist der Rathaussaal berühmt. Er wurde 1490 – 94 durch Jakob Russ geschaffen und verfügt über ein holzgeschnitztes Arkadenfries mit 41 Statuetten. Man kann ihn gelegentlich besichtigen, wenngleich es uns auch nicht gelingt, an einem der Termine (Di, 14:00 Uhr, Mi 11:00 Uhr und Do 14:00 Uhr) dabei zu sein.

Der St. Johannturm an der östlichen Stadtmauer geht auf das Jahr 1522 / 23 zurück. Der Rundturm gehörte zur östlichen Stadtbefestigung. Seine jetzige Höhe von 37 m erhielt er aber erst 1632, als die Kriegsgefahr anwuchs. Im Jahre 1634, während der Belagerung durch die Schweden, war der Turm Hauptstützpunkt der städtischen Artillerie.

In der Nähe des Turms befindet sich der Marienbrunnen, der laut Inschrift 1934 in Erinnerung an die Ereignisse 1634, errichtet worden ist.

Ganz in der Nähe, in der Krummebergstrasse, befindet sich auch das Städtische Museum von Überlingen. Es handelt sich um ein Patrizierhaus aus dem 15. Jahrhundert (1462). Es wurde von Reichlin von Meldegg erbaut und später "barockisiert", wie es heißt. Das Haus gilt aufgrund seiner mit Quadern verkleideten Fassade als eines der frühesten Beispiele florentinischer Renaissance in Deutschland.

Es gibt einen barocken Festsaal, der heute als Museumssaal genutzt wird. Leider ist das Museum während unseres Aufenthaltes geschlossen, weswegen wir es nicht besichtigen können.

Auf dem Weg hinab über steile Treppen zum Münsterplatz mit dem Münster ergeben sich ständig neue Blickwinkel auf Überlingen, seine Altstadt und das alles überragende Münster.

Uferpromenade

Die Uferpromenade in Überlingen gilt als die längste am Bodensee. Sie verläuft über mehrere Kilometer von der Bodenseetherme im Westen über den Landungsplatz im Zentrum bis hinter den Hafen.

Der interessanteste Teil des Wegs führt vom Landungsplatz immer am See entlang bis zur Bodensee – Therme. In unmittelbarer Nähe unseres Hauses findet sich das Zeughaus, ein Gotischer Staffelgiebelbau aus dem 15. Jahrhundert. Bis ins 19. Jahrhundert hinein diente es als Arsenal, also als Waffenlager der Stadt. Davon zeugt eine Kanone, die davor aufgestellt ist und die anlässlich des 20 jährigem Jubiläums der Rekonstruktion gestiftet worden ist, wie eine Inschrift verrät. Heute gibt es hier ein japanisches Restaurant.

Der Weg führt weiter am See entlang und eröffnet den ein oder anderen charmanten Blick. Heute, da alles grau in grau hängt, wirkt der See schier unendlich, das andere Ufer wie vom Weichzeichner gemalt.

In dieser Stimmung finden sich unendlich viele Motive mit Wasservögeln, die die graue Einheit durchbrechen oder grün schimmernden Uferbereichen. Das Fehlen von starkem Sonnenlicht führt natürlich auch zum Fehlen von Schatten, sodass ein ganz besonderes, schönes weiches Licht vorherrscht.

Der Weg führt vorbei am Badgarten mit dem Kursaal und dem Badturm. Dieser ist Bestandteil der Befestigungsanlagen der Stadt und trägt seinen Namen erst seit dem 19. Jahrhundert, als er in Besitz des Badhotels überging. Vorher hieß er Kuderturm und danach Dämmturm.

Er wurde vermutlich im Zuge der ersten Stadtbefestigung im 15. Jahrhundert errichtet und 1634 durch eine Batterie in nächster Nähe verstärkt. Die Dichter Heinrich Zschokke und Ludwig Uhland wohnten hier während diverser Aufenthalte.

Im Badgarten werden immer wieder Kunstwerke gezeigt. Zum Zeitpunkt unseres Aufenthaltes im Dezember 2005 / Januar 2006 stammen sie vom Überlinger Künstler Oliver Ritter (www.atelier-ritter.de). So ein Objekt "Phönix" aus Stahl, das in einem Bett aus Holzkohle steht, sich sozusagen daraus erhebt, ganz wie Phönix aus der Asche in der Mythologie.

Am Gondelehafen wenige Meter weiter fällt der historisch tiefe Wasserstand am meisten auf. Der Bodensee hat in diesem Jahr (2005) besonders wenig Wasser. Im Februar / März 2006 wird der niedrigste jemals gemessene Wasserstand erwartet.

Bei der Bodensee – Therme verlässt der Weg das Wasser. Westlich davon befindet sich die Badeanstalt, danach ist die Fläche zwischen Strasse und Wasser bebaut.

Stadtgarten

Der Stadtgarten gilt als eine der bedeutendsten botanischen Sehenswürdigkeiten am Bodensee. Zwar kann er der Blumeninsel Mainau sicher nicht das Wasser reichen, aber lohnenswert ist der Besuch allemal.

Jetzt im Winter ist natürlich nicht viel zu sehen vom Rosengarten, der Fuchsienwiese oder der Kakteengruppe. Aber allein die vielen teils exotischen Bäume sind imposant. Hier wachsen Mammutbäume ebenso wie Feigenbäume. Letztere sogar mit Früchten.

Großzügige Grünanlagen mit Brunnen verbinden die einzelnen Teile des Stadtgartens. Aufgrund seiner Lage am Hang bietet er, Sommer wie Winter, einige spektakuläre Aussichten auf Überlingen und den Bodensee.

Das alles überragende Münster und die Stadtsilhouette alleine sind schon interessant genug. Ein sehr schöner Aussichtspunkt befindet sich direkt oberhalb einer Felswand. Ein kleiner Pavillon mit Blick in alle Richtungen: über den Überlinger See nach Dingelsdorf und Wallhausen, über den Bodensee und natürlich über Überlingen.

Direkt in der Nähe befindet sich ein kleines Häuschen, die Nachbildung eines Hexenhäuschens. Hier oben findet sich auch ein kleines Rehgehege.

Wenn man in Überlingen ist, sollte man den Stadtgarten auf keinen Fall liegen lassen.

Der Stadtgarten wird an seiner Ostseite von Resten der (nachgebauten) Stadtmauer eingegrenzt. Wir folgen ihren Stufen nach oben zum Gallerturm. Dieser Rundturm ist Bestandteil der westlichen Stadtbefestigung und geht auf die Jahre 1502 / 03 zurück.
Hier wurden Teile der Stadtmauer rekonstruiert, sodass man einen Einblick von ihrem Aussehen bekommen kann.

Der Blick durch die Schießscharten in den Stadtgarten macht deutlich, dass da nicht wirklich viel zu sehen war. Von hier oben wird auch deutlich, dass der Gallerturm, die Reste der Stadtmauer und der vor zwei Tagen schon erwähnte Badturm in einer Linie stehen. Kein Wunder, waren sie doch von Anfang an Bestandteil der Überlinger Stadtbefestigung.

Heute ist der Bereich hinter der Stadtmauer, oberhalb des Parkhauses West gelegen, eine Grünanlage mit Kräutergarten. Oberhalb des Gallerturms gelangt man nach etwa 200 m Zum Aussichtspunkt "Uhlandhöhe". Der Platz selbst gibt nicht so unwahrscheinlich viel her, aber die Aussicht über Überlingen und den Bodensee lohnt einen Besuch allemal.

  • Stand des Berichtes: Januar 2006
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