zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Eingang zum Wild- und Freizeitpark Allensbach.

Der Wild- und Freizeitpark Allensbach im Winter

Um Missverständnisse zu vermeiden: Der Park scheint sich bezüglich seines Namens unschlüssig zu sein. In den meisten Karten und Reiseführerern ist er als "Wildpark Allensbach" geführt, am Tor steht "Natur- und Wildpark Bodanrück".

Auf seiner Homepage wiederum nennt er sich "Wild- und Freizeitpark Allensbach". Wir verwenden daher auch diesen Namen oder verwenden das kürzere "Wildpark Allensbach".

Obwohl wir den Namen "Bodanrück" sehr viel treffender finden, denn der Park ist in die Landschaft auf dem Bodanrück, der Halbinsel zwischen Überlinger und Gnadensee perfekt eingebettet und alleine deswegen einen Besuch wert.

An diesem wunderschönen Wintertag haben wir zunächst den Parkplatz und später auch den gesamten Park für uns alleine. Erst als wir wieder gehen, kommen noch ein paar Besucher. Im Winter ist die Kasse geschlossen. Den Eintrittspreis (Wintertarif: € 3,50 für Erwachsene und € 2,50 für Kinder) kassieren die Tierpfleger im Park, verrät ein Schild. Wir treffen allerdings niemanden von ihnen, sodass wir unser Eintrittsgeld in einem kleinen Kasten hinterlegen, der für Spenden gedacht ist.

Bereits auf dem Weg zum Eingang läuft man durch Wildgatter. Rotwild, Damwild und Wisente (s.a. unser Bericht vom Damerower Werder in Mecklenburg) säumen den Weg bis zum Tor. Die Gehege sind großzügig in die hügelige Landschaft auf dem Bodanrück eingebettet.

Zum Park gehören, neben den Wildgattern, auch ein großer Spielplatz mit allerlei Spielgeräten, ein Restaurant und eine Falknerei mit Vorführungen täglich um 11:30 Uhr und 15:00 Uhr. In den Wintermonaten sind allerdings sowohl das Restaurant als auch die Falknerei geschlossen. In der Falknerei geht es ab März 2006 weiter.

Der Park verfügt auch über eine kleine Bahn, die jetzt im Winter natürlich auch nicht verkehrt. Wie weit die fährt, können wir nicht sehen, vielleicht geht es hier nur ein bisschen durch die Gehege?

Der Rundgang durch den Park ist ein sehr lohnender Winterspaziergang. Der Rundweg bewegt sich zunächst in ein abgezäuntes Gebiet, in dem Tiere frei laufen. An den Zugängen befinden sich deshalb Tritte mit runden Stangen, die die Tiere meiden sowie Tore, die man eigentlich geschlossen halten soll. Wir finden sie aber schon geöffnet vor und ändern das daher auch nicht.

Angeblich sollen hier Hirsche frei laufen. Wir treffen aber nur ein Mufflon, das uns mustert und später auf ein paar Hängebauchschweine.

Von dieser Fläche zweigen weitere eingezäunte Gehege ab, die z.B. Mufflonwild und Schwarzwild (also Wildschweine) beherbergen. Ronja ist heute gut drauf und verbellt alles, was ihr begegnet. Die Tiere scheinen das aber gewohnt zu sein und zeigen keine übermäßige Reaktion. Und so gelingen uns eine ganze Reihe von Schnappschüssen.

Die Landschaft hat jetzt gewechselt von offenem Feld zu Mischwald. Immer wieder sehen wir Futterkrippen und Troge, an denen sich auch Vögel, z.B. Eichelhäher und Amseln, gütig tun.

Rechts erstreckt sich ein großes, gut gesichertes Gehege. Die roten Schilder, die besagen "Bitte nicht füttern" sollte man wohl tunlichst beachten, denn dies ist das mit 1,8 ha größte Freigehege für Bären und Wölfe Europas. So jedenfalls die Eigenwerbung des Parks. Es wurde 2005 eingeweiht.

Leider präsentiert es sich bei unserem Besuch leer. Was die Bären angeht, können wir das verstehen, die halten jetzt Winterschlaf. Wölfe sind aber bekannterweise auch im Winter aktiv. Vielleicht haben sie sich auch nur gut versteckt, wer weiß?

Auf dem weiteren Weg gibt es eine ganze Reihe Kleintiere, so Kaninchen und Meerschweinchen, aber auch Rehe, Steinböcke und Luchse. Zwei wunderschöne Tiere, die uns mit ihren Katzenaugen ansehen. Diese eigentlich einheimische Katze ist selten geworden in unseren Wäldern.

Zu den meisten Tieren gibt es recht genaue Beschreibungen an den Gattern. So erfährt man eine ganze Menge Wissenswertes über die Tiere, die man sieht. Neben dem Naturerlebnis hat man also auch noch ein wenig Wissensaufbau betrieben.

Ein großer Vorteil der winterlichen (Besucher)Leere: Es ist so sehr ruhig, wie man es sonst wohl niemals erlebt. Sobald Ronja aufgehört hat mit Bellen ;-) kann man die winterlichen Geräusche des Waldes erleben: Das Klopfen der Spechte, das Brechen von Ästen, den Schnee, den der Wind von den Bäumen bläst.

Wir meinen: Auch und gerade im Winter unbedingt eine Reise wert. Ein ganz anderes Erlebnis als im Sommer. Einfach etwas dicker anziehen, es lohnt sich.

  • Stand des Berichtes: Dezember 2005
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark