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Tägliche Rückkehr der Fischkutter

Versteigerung (Criée)

Die meisten Touristen besuchen Le Guilvinec wohl wegen seines Fischereihafens. Für den gibt es eine Reihe Superlative, so gilt er als der größte nichtindustrielle Fischereihafen Frankreichs. 131 Boote gehören zur Flotte von Le Guilvinec.

Wie lange das so bleibt ist allerdings offen. Gesunkene Fänge durch Überfischung, Fangquoten, steigende Dieselpreise und sinkende Aufkaufpreise machen ihnen das Leben schwer. Schon oft haben bretonische Fischer durch spektakuläre Aktionen auf ihre Probleme aufmerksam gemacht. So z.B. 1994, als in Rennes das barocke Parlement de Bretagne durch ein unachtsam abgeschossenes Signalfeuer abbrannte.

Von all dem merken die zahlreichen Besucher, die jeden Tag hierher kommen, allerdings nichts.

Von der Dachterrasse der Versteigerungshallen aus hat man einen wunderbaren Blick auf die einlaufenden Boote und kann den Fischern beim Entladen des Fanges zuschauen. Für mich war es geradezu verblüffend, wie viele Kutter gleichzeitig hier Platz hatten und wie schnell der Fang an Land war.

Am interessantesten ist zweifellos der Besuch der Versteigerung selbst. Für ein paar Euro (Kasse im Haliotika) wird man durch die riesige Halle geführt und darf die Versteigerung life aus nächster Nähe erleben.

Natürlich tun wir das auch und so stehen wir kurze Zeit später in der Kälte der Halle und staunen zunächst mal ob der Leere. Denn es ist ein ständiges Kommen und Gehen. Kaum ist ein Posten verkauft, rollen schon Gabelstapler an und bringen ihn weg.

Ein Teil wird gleich in LKWs verfrachtet, der Rest in Kühlräume gebracht.

Der Fang wird nach Losen sortiert angeboten. Er befindet sich noch in den Kisten, in denen er aus dem Kutter geladen wurde. In jeder Kiste liegt ein Schild mit Angaben zum Boot, der Fischart, dem Gewicht, der Größenklasse und der Qualität der Ware.

Der Tross aus Händlern und Auktionatoren bewegt sich von Los zu Los. Die Angaben zum jeweiligen Angebot werden auf einer großen fahrbaren Tafel angezeigt. Dann fallen ein paar völlig unverständliche Wortfetzen und damit hat der Posten einen Käufer gefunden. Und schon bewegt sich die Karawane weiter zum nächsten Posten...

  • Stand des Berichtes: Juli 2002
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