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Abbaye Beauport in Kerity nahe Paimpol.

Abbaye Beauport

Die Abbaye Beauport liegt direkt an der Straße zwischen Paimpol und Plouézec. Wir waren also schon einige Male vorbeigefahren, bevor wir ihr einen Besuch abstatteten.

Die Abtei ist kein Kloster im engeren Sinne sondern wurde immer relativ weltoffen geführt. Entsprechend findet man in der Klosteranlage Räume in denen Pilger untergebracht waren, einen Almosensaal und umfangreiche Speicher für Lebensmittel.

Von der großen Abteikirche stehen fast nur noch die Außenmauern. Aber allein ihre Größe lässt erahnen, wie majestätisch dieser Bau einst gewirkt haben muss.

Ein besonders interessanter Raum ist der Kapitelsaal. Er heißt so, weil die Domherren hier jeden Morgen um 8 Uhr ein Kapitel der Regeln des Sankt Augustin vorlasen. Das besondere: Zu diesem Zeitpunkt hatten schon drei Messen stattgefunden, denn die Domherren standen jeden Morgen um 3:30 Uhr auf!

Zum Kapitelsaal führt eine Doppeltür, die durch fünf Kapitellen mit Pflanzenmotiven getrennt ist. Auch liegen hier zwei Grabplatten wichtiger Äbte. Diese wurden allerdings aus der Kirche hierher gebracht. Aber die Äbte hatten auch das Recht, sich hier begraben zu lassen. Deswegen werden unter dem Boden noch fünf unberührte Gräber vermutet.

Hinter einem interessanten Tor finden sich die Obstgärten. Sie liegen unter dem Meeresspiegel, sind also dem Meer abgerungen worden. Nur ein schmaler Deich hält das Wasser zurück.

Eine Zeitlang verlief auf ihm eine Eisenbahnlinie, aber mittlerweile wird er nicht mehr erhalten. Mit jeder Flut nimmt sich das Meer etwas zurück und im Frühjahr 1994 sollen die Obstbäume im 1 Meter hohen Wasser geblüht haben.

Die Abtei hat auch heute noch eine gewisse Anziehungskraft. Trotz Bauarbeiten und zumindest anfangs schlechtem Wetter war sie am Tag unseres Aufenthaltes gut besucht.

Bereits vor der Abtei fällt uns ein Pärchen auf, das seine Hochzeitsbilder hier von einem professionellen Fotografen machen lässt. Wir erfahren später, dass sie noch vor ihrer Hochzeit stehen, die wohl am nächsten Tag stattfinden soll.

Wir beobachten sie eine ganze Weile und haben den Eindruck, dass es vor allem um die Braut geht ;-). Er steht eigentlich nur als Staffage daneben und lässt es über sich ergehen. Na egal, werden sicher sehr schöne Bilder.

Für den Rundgang erhalten wir ein Informationsmaterial in deutscher Sprache. Dort ist auch ein empfohlener Rundgang vermerkt. Es ist aber etwas schwer ihm zu folgen, weil durch Baumaßnahmen nicht alle Wege so funktionieren wie angegeben. Aber dennoch, auf diese Weise erfährt man viele Details über Gebäudeteile und kann eine gewisse Ahnung entwickeln, wie das Leben in der Abtei abgelaufen sein muss.

Ihren Reiz entwickelt die Abtei für uns vor allem aus ihrer Lage direkt am Meer und dem langsamen Verfall der deutlich macht, wie sich die Natur Stück für Stück das einst bebaute Gelände zurück holt.

Unser Fazit: Nicht dran vorbei fahren.

  • Stand des Berichtes: August 2007
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