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Panorama von Roscoff

Roscoff

Roscoff ist eine kleine Hafenstadt nördlich von Morlaix. Man kennt Roscoff vor allem als Fährhafen nach Großbritannien und Irland.

Und in der Tat sehen wir schon aus der Ferne eine riesengroße Fähre im Hafen liegen. Der Fährhafen selbst hat allerdings nicht viel zu bieten. Neben den üblichen Terminals, wie sie in jedem Fähr- oder Flughafen zu finden sind, ist dort nichts. Auch die Schiffe selbst kann man nicht richtig sehen, weil man durch einen Zaun nicht nahe genug heran kommt.

Ganz anders dann schon die Innenstadt mit ihrem malerischen alten Hafen. Hier liegen vor allem Sport- und Fischerboote. Im ablaufenden Wasser schwimmen sie noch. Aber bald schon werden sie größtenteils auf dem Trockenen liegen. Zwei Stützen, an jeder Seite eine, werden dann dafür sorgen, dass sie nicht umfallen.

Direkt am Hafen befindet sich auch der Leuchtturm, der so manche Postkarte ziert. Irgendwo haben wir gelesen, dass er manchmal auch geöffnet ist. Als wir da waren, leider nicht.

So schlendern wir durch die schmalen Gassen der Fußgängerzone und entdecken viel Interessantes: Die Crêperie mit drei Sternen, die laut Schild heute Abend bereits ausgebucht ist, viele schicke Häuser reicher Kaufleute, deren Vermögen übrigens hauptsächlich aus Schmuggel mit den Briten resultieren soll und nicht zuletzt einen kleinen Platz, an dem einmal eine Kapelle gestanden haben soll, von der nur eine Tür übrig ist.

Die Tür befindet sich im Haus daneben. Und mit der Kapelle, die übrigens "Chapelle St. Ninien" hieß, hat es eine besondere Bewandnis. Hier soll im Jahre 1548 Maria Stuart gelandet sein, die Königin vn Schottland und spätere Königin von Frankreich. Da war sie allerdings gerade mal 6 Jahre alt.

Die beiden Häuser links und rechts des Platzes heißen übrigens "Maria Stuart Häuser" obwohl sie beide aus späterer Zeit stammen.

Aus der jüngeren Vergangenheit stammt die lange Brücke aufs Meer hinaus, die in den 1970er Jahren als Fähranleger für die Île de Batz gebaut wurde. Sie kann bei jedem Wasserstand angelaufen werden.

Heute fahren die Fähren allerdings direkt im Hafen ab. Die baumlose Insel Île de Batz liegt in Sichtweite von Roscoff und ist berühmt für ihre Sandstrände.

Der Weg an die Spitze der Landungsbrücke lohnt allemal. Wir beobachten einige Jungen, die von der Brücke aus baden (ob das erlaubt ist?). Und weiter hinten auf den Felsen Möwen, die ihr Junges füttern.

Ganz besonders lohnt sich der Weg aber wegen dem herrlichen Blick zurück auf Roscoff. Die Stadtsilhouette mit grauen Häusern mit dunklem Schieferdach und der Kirche Notre - Dame de Kroatz - Batz im Hintergrund findet sich auf vielen Postkarten. Unser Panoramabild oben ist hier entstanden.

Wenn ihr durch Roscoff schlendert werdet ihr euch vielleicht fragen, was es mit den vielen Zwiebelschnüren auf sich hat, die man überall im Stadtbild sieht.

Diese stehen für eine Tradition aus dem 19. bis ins frühe 20. Jahrhundert. Damals fuhren viele, vor allem junge, Männer mit Schiffen voller Zwiebeln über den Kanal und verkauften sie in England, Schottland und Wales. Dort wurden sie im Volksmund „Johnnies“ genannt.

Es gibt sogar ein Museum, das sich dieser Tradition widmet. Das lassen wir heute aber aus. Ebenso wie das Aquarium. Man muss ja auch einen Grund haben, wiederzukommen ;-).

Wir setzen uns dann lieber in ein kleines Straßencafé und genießen einen Espresso. Dabei schauen wir den Franzosen beim Boule Spiel zu. Es ist interessant, mit welchem Ehrgeiz das Spiel trotz des abschüssigen Platzes betrieben wird. Unfair ist dabei nie jemand. Und noch etwas: Es spielen Vertreter aller Generationen, von jung bis alt, miteinander.

Unser Fazit: Ein nettes kleines Städtchen, das man nicht links liegen lassen sollte.

  • Stand des Berichtes: August 2007
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