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Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Die alte Mole von Hanstholm wird bei schönem Wetter gerne beangelt.

Wellenkraftwerk an der Mole Hanstholm

So kann es gehen: Seit Herbst 2009 "ziert" die Versuchsanlage eines Wellenkraftwerkes die alte Mole in Hanstholm. Damit gehört diese Angelstelle wohl der Vergangenheit an.

Das ist zwar schade, allerdings war die Mole aufgrund ihres Bauzustandes nie besonders sicher (wie auch im Beitrag erwähnt). Dennoch gibt es in unmittelbarer Nähe keine wirkliche Alternative. Die nächsten Molen befinden sich in Nørre Vorupør oder in Løkken.

Wir lassen den Bericht trotzdem stehen, weisen aber darauf hin, dass alle hier getroffenen Aussagen nicht mehr aktuell sind.

Angeln an der Mole Hanstholm

Von der Mole bei Hanstholm hatten wir schon verschiedentlich gehört. Die alte Mole sei ein guter Ort zum Fischen, hieß es.

Warnung, Lebensgefahr Allerdings: Bei schlechtem Wetter und ordentlichem Wellengang lebensgefährlich. Es versteht sich von selbst, dass man bei solchem Wetter nicht mal daran denken kann, hier zu angeln. Die Brecher entwickeln eine unheimliche Kraft, man hätte keine Chance, sich zu halten.

Bei unserem zweiten Besuch haben wir mehr Glück. Ruhiges Wasser und Wind von Land. Und ... Die Mole schon gut belegt.

Der Weg zum Molenkopf ist glitschig und die Mole ist in einem schlechten Zustand. Ein Geländer gibt es auch nicht. Es ist also nicht ganz ungefährlich. Gutes Schuhwerk ist das Mindeste. Darüber hinaus ist Vorsicht angesagt, denn wenn man hier ins Wasser fällt, kann es durchaus gefährlich enden.

Aber das scheint niemanden wirklich zu interessieren. Aller Gefahren zum Trotz ist es ganz schön voll auf der Mole. Nach einiger Zeit ist es uns aber gelungen, einen Platz in der Nähe des Buhnenkopfs zu bekommen, vorne rechts um genau zu sein.

Die Angler, die wir treffen, kommen hauptsächlich aus Deutschland. Ein paar Einheimische sind aber auch darunter.

Die meisten Angler verwenden Fischfetzen, die sie kurz über Grund anbieten. Damit gibt es heute Hornhecht satt und als Beifang gelegentlich mal noch einen Platten. Das ist umso erstaunlicher, weil Hornhecht eigentlich eher im Mittel- oder Oberwasser gefangen wird. Aber das geht sprichwörtlich "wie's Brezel backen". Auch einige ungeduldige Kinder kommen auf ihre Kosten, man kann fast nichts falsch machen.

Die Hornhechte sind auch deutlich größer als die aus dem Limfjord. Dennoch, wir hatten schon genug und wollten eigentlich Makrelen fangen, denn die sind bekanntermaßen sehr lecker, wie wir spätestens seit Irland wissen.

Deswegen probieren wir es mit einer mittleren Spinnrute mit Makrelenpilker und Makrelenpaternoster. Übrigens: Lieber ein paar mehr mitnehmen, denn man verliert immer wieder mal was. Ich versuche immer, die dunklen Flecken im Wasser anzuwerfen, dort wo Steine oder Löcher sind. Das ist aber schwierig. Aufgrund der Weite der Würfe empfiehlt sich auch eine leichte, aber nicht so dehnbare Schnur, sonst wird es schwierig, den Köder überhaupt zu führen.

Das Einzige, was sich an die Makrelenköder verirrt, ist allerdings Hornhecht. Wir sind damit nicht alleine: In der ganzen Zeit sehen wir nur eine einzige Makrele bei einem anderen Angler. Ich finde aber: Massenfänge wie die anderen mit ihren Fischfetzen konnten wir zwar nicht machen, aber immerhin auch ein paar schöne Fische und das an dem leichten Gerät war nicht wirklich einfach und auf jeden Fall eine aufregende Angelei.

Bei einem meiner Hänger half mir ein dänischer Angler. Er heisst Ronald, wie ich später erfuhr. Er spricht ein bisschen englisch, so war die Verständigung möglich.

Ich habe ihn gefragt, ob denn noch Fisch kommt.
Er meinte "Das weiß man nicht, vielleicht gegen Abend. Ja, gegen Abend könnte es durchaus sein, dass noch Makrelen kommen".
Vor ein paar Tagen habe ich von einem Deutschen am Put & Take gehört, dass Ostwind gut sei hier. Ich hab das Ronald erzählt und ihn gefragt, ob das stimme. Denn in den letzten Stunden hat der Wind wieder aufgefrischt und er ist auf Ost gedreht, deutlich stärker als am Anfang.
Ronald hat nur gelacht: "Nein, das stimmt so nicht, Ostwind ist nicht so gut. Da ist West oder Südwestwind besser. Aber auch dann gibt es keine Garantie."
Und wie ist es denn mit den hohen Wellen?
"Das geht meinte er, so lange er nicht aus Nordwest kommt. Bei West oder Südwest kommt er von Land her da ist es nicht so schlimm."
Ist er öfters hier?
"Ja, nur im Moment nicht so oft." Er war krank, fügt er erklärend hinzu, hatte deswegen nicht so viel Zeit, aber er kommt seit 30 Jahren hierher.

Was mich verblüfft: Er kommt aus Aalborg, das sind runde 1oo km weg. Er hat früher sehr viel mehr Fisch gefangen als jetzt.

Vorhin war noch ein Deutscher auf der Mole, der ihn ganz stürmisch begrüßt hat, die kannten sich wohl aus früheren Zeiten. Auch er hat mir gesagt, er wäre früher erfolgreicher gewesen als jetzt die letzten Jahre.

Was lernen wir daraus? Es ist wohl am besten am Abend bei Südwestwind auf Makrelen zu angeln. Aber noch besser, man guckt, ob Ronald auf der Mole ist, dann hat man zumindest noch ein interessantes Gespräch. Wenn die Fische schon "still" bleiben.


Noch einmal der Hinweis, dass die Mole nicht mehr betreten werden kann, nachdem sich dort jetzt ein Wasserkraftwerk befindet.

  • Stand des Berichtes: August 2005
  • Aktualität geprüft: Mai 2010
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