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Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

In Reih' und Glied aufgestellt: Die Kutter von Thorup Strand.

Fischkutter am Strand

Was macht es wohl für einen Sinn, Fischkutter an den Strand zu ziehen? Ist das nicht viel zu umständlich, wäre ein Hafen nicht besser? Das mag man vorschnell denken. Wer aber beispielsweise an der Rubjerg Knude die Macht des Sandes kennengelernt hat, wird vielleicht erahnen, warum man hier in der Jammerbucht Kutter auf den Strand zieht.

Die besteht nämlich fast nur aus Sand. Deswegen ist es hier schlichtweg nicht möglich oder viel zu aufwändig, einen Hafen zu bauen. An der gesamten Bucht (zwischen Hanstholm und Skagen) findet man nur den Hafen in Hanstholm und den in Hirtshals. Wo sonstwo gefischt wird, ist der Strand der Hafen.

Die Rückkehr der Kutter ist ein bei Touristen beliebtes Schauspiel. Man muss allerdings den Ort und die Zeit kennen. Unsere Bilder stammen von Thorup Strand. Außerdem wissen wir noch von Lild Strand sowie Vorupør und Stenbjerg Strand. Die letzten beiden liegen allerdings nicht an der Jammerbucht sondern südlich von Hanstholm.

Die Boote an Thorup Strand fahren jeden Morgen zwischen 02:00 Uhr und 05:00 Uhr los und kommen zwischen 13:00 Uhr und 18:00 Uhr (manchmal auch bis 19:00 Uhr) wieder. Eine gute Zeit ist so gegen 15:00 Uhr.

Unsere werte Leserschaft verzeiht uns sicherlich, wenn wir nur von der Ankunft der Boote berichten, aber wir haben so nebenher ja auch noch Urlaub;-).

Als wir kurz vor 15:00 Uhr ankommen, sind die großen Kutter noch nicht da. Dann haben wir wohl Glück und sie kommen noch.

Schon bald aber sehen wir am Horizont zwei schnell größer werdende Punkte. Es sind die ersten Kutter des Tages.

Dann geht es Schlag auf Schlag. Ein Kutter nach dem anderen kommt an den Strand. Früher wurde eine Slipanlage genutzt, um die Boote an den Strand zu ziehen, heute kommen, weniger aufregend, Traktoren oder Caterpillars zum Einsatz.

Die Slipanlage befindet sich in einem kleinen Häuschen oben am Ende vom Strand. Sie sieht zwar auch benutzt aus, jedenfalls ist das Seil nicht verrostet, aber heute wird sie nicht verwendet.

Die Kutter fahren an den Strand, bis sie auf Grund schleifen. Dann wird von Bord eine Lotleine geworfen, die an Land aufgenommen wird. Mit der wird ein Stahltross zum Kutter gezogen und dort an ein Stahlseil mit Haken gehängt. Dieses Stahlseil ist irgendwo am Kiel befestigt.

Dann nimmt der Caterpillar Anlauf und zieht den Kutter bis auf den Strand. Dabei gerät der Kutter oft in deutliche Schieflage. Aber das sieht gefährlicher aus als es ist. Wenn der Kutter den Strand erreicht, klettert die Besatzung über eine Leiter am Bug von Bord.

Danach wird der Kutter in seine endgültige Lage geschleppt. Übrigens sind die Planken speziell verstärkt mit Plastik oder einem ähnlichen Material, um sie beim Schleifen über Grund nicht zu beschädigen. Möglicherweise schränkt das aber die Manövrierfähigkeit und vor allem die Geschwindigkeit im Wasser ein.

Kaum sind die Kutter an Land, kommen schon kleine Traktoren angefahren, um den Fang abzuholen. Aber die Fischer verkaufen auch an jeden, der danach fragt. Und dieser Fisch ist nicht nur billig sondern auch frisch.

Wenn wir euch einen Tipp geben können: Unbedingt ausprobieren und Fisch am Kutter kaufen. Wenn im Angebot (von Mai bis Juli), dann sollte Scholle (Rødspætte) die erste Wahl sein. Wir haben vier Stück für gerade einmal 50,- DKK (ca. € 6,70) gekauft. Und sind zu viert davon satt geworden.

Die Fischer haben an diesem Tag neben Scholle auch Dorsch (Torsk) in größeren Mengen gefangen. Der Fisch wird zum Teil bereits ausgenommen angeliefert. Was noch nicht für den Verkauf bereit ist, wird in einer kleinen Halle direkt am Strand verarbeitet.

Unser Fazit: Unbedingt hinfahren. Schon alleine wegen des frischen Fisches, den man hier kaufen kann.

  • Stand des Berichtes: Juni 2006
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