zusammenaufreisen.de v2.1

Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

In den Kalkgruben von Mønsted.

Kalkgruben von Mønsted

"Arla Höhlenkäse – gereift im Käsekeller der Natur!" versprechen die "Arla Käsemeister" in der TV Werbung. Wo soll denn bitte schön dieser Käsekeller sein? Fragten wir uns und wurden bei den Kalkgruben von Mønsted fündig.

Tatsächlich lagert hier Käse. Aber die Höhle hat einen anderen Ursprung. Seit Urzeiten wird hier nämlich Kalk abgebaut. Mit dem Mittelalter und der "Christianisierung" Dänemarks war Kalk als Baumaterial für Kirchen so gefragt, dass der Kalkabbau seinen ersten Boom erlebte.

Er wurde von Bauern betrieben, die damit einen Nebenerwerb hatten. Erst 1872 wurden die Rechte am Kalkabbau in Mønsted an die Industrie verkauft. Im selben Jahr wurde mit dem Bau des Kalkwerkes in der Nähe der Grube begonnen. Fertig war es erst 1956, nach zahlreichen Erweiterungen.

1953 wurde die Arbeit in den Gruben eingestellt, im Kalkbruch 1955 und 1978 schließlich erloschen die Schornsteine des Kalkwerkes für immer.

1981 kaufte der Geiger Anker Buch die Höhlen, bevor sie schließlich 1997 in Besitz des Staates übergingen. Noch heute finden immer wieder Konzerte in den Höhlen statt.

All dies und noch viel mehr erfahren wir bei einer Multimediashow in den Höhlen, die mit dänischem Ton, aber deutschen und englischen Untertiteln gezeigt wird. Wir haben ja auch noch gar nicht erzählt, dass unter Mønsted und der nahen Nachbargrube Daubjerg ein riesiger Kalkberg aus der Danium - Zeit vor ca. 60 - 65 Mio. Jahren liegt. Aber vielleicht wollt ihr euch das lieber selbst ansehen?

Seit der Stillegung der Grube haben sich Fledermäuse hier eingenistet. Die Höhle gilt als wichtigstes Überwinterungsquartier für diese Tiere in Europa.

Wir Touristen dürfen auch rein, allerdings gibt es zeitliche Beschränkungen: Vom 16. März bis 10. Mai sowie vom 1. September bis 31. Oktober sind die Höhlen für Abend- und Nachtbesuche geschlossen.

Man kann sich einen Helm leihen, um wie ein echter Bergarbeiter auszusehen, muss man aber nicht. Der für Touristen zugängliche Teil der Höhle ist nur ein kleiner Abschnitt der insgesamt 60 Kilometer Gänge auf bis zu 6 Etagen.

Nicht weit vom Eingang entfernt findet man die bereits erwähnte Multimedia Show. Die Vorführzeiten (im 30 Minuten - Abstand) sind angeschlagen. Ansehen lohnt sich, man erfährt viel Wissenswertes.

Auf dem weiteren Rundweg krabbelt man, wenn man will, durch schmale Gänge oder folgt breiten Wegen durch riesige Hallen, vorbei an unterirdischen Bächen und Seen. Weite Teile des Weges sind auch für Rollstuhlfahrer geeignet.

In der Höhle herrschen stets 8°C und 98% Luftfeuchtigkeit. Deswegen muss man auch im Hochsommer passende Kleidung dabei haben. Diese sollte auch nicht allzu wertvoll sein, denn an den Kalkwänden wird sie schnell mal weiß.

Stöckelschuhe sollte man ebenfalls draußen lassen, die Wege sind durch das Wasser oft glitschig. Aber Wanderschuhe sind sicher nicht erforderlich. Feste Schuhe mit gutem Halt sind ok.

In diesen Schuhen erreicht man dann auch die Lager für den Höhlenkäse. Man muss eine Wendeltreppe hinauf, dann kann man durch ein Gitter hineinschauen. Und auch -riechen. Der Käse bleibt hier 8 Wochen liegen und wird wöchentlich gewendet. Bis zu 200 Tonnen werden hier gelagert. 90% der Produktion werden exportiert, vor allem nach Deutschland.

Man kann ihn aber auch am Kiosk in der Kalkgrube kaufen, ein lohnendes Mitbringsel.

Fazit: Ein tolles Ausflugsziel, nicht nur für einen Regentag.

  • Stand des Berichtes: Mai 2010
Teilen |

Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark