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Die Brücke über den Sallingsund verbindet Morsø im Süden mit dem Festland.

Sallingsund und Sallingsundbrücke

Sie ziert nicht nur den (neuen) 50 Kronen Schein. Die Sallingsundbrücke verbindet seit 1978 die Insel Morsø über den Sallingsund mit dem Festland.[1]

Mit einer Länge von 1717 Metern ist sie (wahrscheinlich) die längste Brücke über den Limfjord. Oder kennt jemand eine längere?

Für wahre "Entschleuniger" ist die Brücke sicherlich nur ein Bauwerk in der Landschaft. Denn die Fähren, z.B. am Feggesund und Næssund, haben ein deutliches "Romantikplus".

Wer aber mal eben schnell einen Besuch z.B. im Jesperhus Blomsterpark, in Nykøbing (Mors) oder am Schloss Hojriis plant, ist sicher gut beraten, die Brücke zu nehmen.

Dennoch: Die Brücke steht auf geschichtsträchtigem Gebiet. Schon seit der Steinzeit haben die Menschen hier in Einbäumen den Fjord überquert.

Hier war der beste Platz, weil die Fährstellen auf beiden Seiten gut von Land erreichbar sind, der Sund ziemlich schmal ist und im Winter aufgrund der Strömung wenig Eisgang herrscht.

Und später befand sich hier über viele hundert Jahre eine Ruderfähre ("Rofærge"). Die hieß übrigens "Pinen og Plagen", also ungefähr "Pein und Plage".

1873 wurde die Ruderfähre durch eine Dampffähre ersetzt. Die verkehrte direkt zwischen der Handelsstadt der Insel, Nykøbing und Glyngøre auf dem Salling. Damit verschwand die alte Fährstelle.

Aber nur, um 1923 wieder aufzuerstehen. Die Dampflinie nach Nykøbing wurde nämlich seit 1884 von der DSB (Dänische Staatsbahn) betrieben. Und die kümmerte sich wenig um den steigenden Automobilverkehr. Eine Überfahrt war teuer und zu Beginn der 1920er Jahre musste man oft mehrere Stunden warten.

Deswegen wurde die Fährgesellschaft "A/S Motorfolkets færge" gegründet, die ab dem 28. September 1923 eine neue Fährlinie auf der alten "Pinen og plagen" betrieb. Und das mit Erfolg, denn diese Fährverbindung wurde, nach der Storebæltverbindung, zur zweithäufigst genutzten Fährverbindung in Dänemark.

Mit dem Bau der Brücke 1978 wurden dann "Pinen og Plagen" und ihre vier Schwesterschiffe verschrottet. Geblieben ist ein kleiner Park, der an dieses Stück Geschichte Dänemarks erinnert.[2]

Pinen og Plagen (Pein und Plage)

Der Name "Pinen og Plagen" ist in Dänemark untrennbar mit dieser Fährlinie verbunden..

Warum wurde aber die Fährverbindung "Pinen og Plagen" (Pein und Plage) genannt?

Angeblich hing das damit zusammen, dass es zu beiden Seiten der Fähre je ein Wirtshaus ("Færgekro") gab. Der auf dem Salling hieß Pinen und der auf Mors Plagen. Behauptet jedenfalls Wikipedia[1].

Sicher ist: Hier fanden die Reisenden Schutz und Unterkunft, wenn die Überfahrt aus irgendwelchen Gründen nicht möglich war.

Und das war oft der Fall. Öfter als unbedingt notwendig. Denn, so heißt es, die Wirte haben bei der Planung der Überfahrten nach Kräften mitgewirkt.
So waren die Gäste gezwungen, in einem der Wirtshäuser zu übernachten und das war nicht unbedingt ein Vergnügen. Denn weder das Essen noch die Unterkunft sollen "nach dem besten Standard" gewesen sein.

So gesehen waren sie also gefangen zwischen "Pein" und "Plage".

Mit der Ablösung der Ruderfähren durch Dampffähren 1873 und der damit verbundenen Verlagerung der Fährverbindung endete die Zeit von "Pinen og Plagen".[2]

Quellen und Links

  1. "Sallingsundbroen" Beitrag im deutschen Wikiepdia
  2. Infotafel über "Pinen og Plagen" - Sallingsundmuseum (dänisch)
  • Stand des Berichtes: März 2013
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