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Der Damm zum Lammefjord an der Straße 21 bei Gunderup.

Lammefjord

Der Begriff "Lammefjord" wird, etwas irritierend, sowohl für einen kleinen Seitenarm des Isefjords benutzt als auch für große Landflächen in Odsherred.

Der Grund dafür: Zwischen 1878 und 1943 wurden weite Teile des Lammefjords trocken gelegt und zu landwirtschaftlichen Nutzflächen gemacht. Auch Industrie und Wohngebiete befinden sich mittlerweile auf dem Areal.

Diese Flächen liegen bis zu 7,5 Meter unter dem Meeresspiegel. Ein kompliziertes System von Gräben, Kanälen und Pumpstationen ist erforderlich, um das Gebiet trocken zu halten.

Insgesamt zwei Wälle halten das Wasser zurück. Auf den Luftbildern kann man diese gut erkennen: Einen kleineren im Nordwesten bei Atterup und den größeren, bekannteren im Südwesten bei Gunderup.

Das Land dahinter gehörte früher auch zum Fjord, die Form der langgestreckten Arme ist noch gut zu erkennen.

Auf dieser Karte von 1768 ist der Lammefjord in seiner ursprünglichen Ausdehnung zu sehen. An der engsten Stelle am südwestlichen und am Beginn des nordwestlichen Armes sind die Dämme errichtet worden.

Hier, an dem größeren Damm führt die Straße Nr. 21 vorbei. Und hier findet man auch am Damm eine große Hinweistafel zur Trockenlegung des Lammfjords.

Und vom Damm aus kann man auch gut erkennen, dass das Land hinter dem Damm deutlich tiefer liegt als der Fjord. An der tiefsten Stelle hier bereits ca. 6 Meter.

Heute wird die Fläche vorrangig für die Landwirtschaft genutzt. Besonders Kartoffeln und Karotten sind bekannte und beliebte Produkte. Die Lammefjordkarotte ("lammefjordsgulerod") ist sogar eingetragenes Warenzeichen.

Für die Entwässerung wurde ein Grabensystem geschaffen, das im Wesentlichen aus 2 Komponenten besteht. Zum Einen zwei Gräben, die das System in etwa auf Meereshöhe umrunden.

Darüber hinaus in der Mitte, durch die tiefsten Stellen, verläuft ein weiterer Graben. Dieser muss durch eine Pumpstation auf Meereshöhe gebracht werden. Die Pumpstation bei Audebo kann man zwar nicht besichtigen, von außen ist sie aber zugänglich.

Dasselbe System befindet sich, wenn auch viel kleiner, auch am nördlichen Arm des Fjords.

Und noch etwas sei erwähnt: Die Kanäle sind bekannte und gute Angelreviere, vor allem auf Karpfen und Aal. Aber das ist schon wieder eine andere Geschichte.

Fazit: Nicht sehr spektakulär, aber durchaus wissenswert.

  • Stand des Berichtes: August 2010
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