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Sind Hunde in Dänemark noch gern gesehen?

Häufige Fragen zum Hundegesetz

Die Diskussion um das dänische Hundegesetz wird mitunter sehr emotional geführt. Deswegen erreichen uns immer wieder Fragen dazu. Wir wollen deshalb auf dieser Seite versuchen, die häufigsten dieser Fragen zu beantworten.

Diese Antworten geben wir nach bestem Wissen und Gewissen. Aber selbstverständlich sind dies keine rechtsverbindlichen Auskünfte.


1. Mein Hund gehört einer der verbotenen Rassen[2] an. Kann ich mit ihm nach Dänemark einreisen?
Das können wir nicht empfehlen. Wenn Sie den Hund vor dem 17.3.2010 besessen haben, ist das laut Gesetz zwar möglich. Sie müssten das aber ggf. nachweisen können. Und der Hund muss ständig an der Leine sein und einen Maulkorb tragen.
Wenn Sie den Hund nach diesem Termin erworben haben, dürfen Sie ihn nicht einführen. Suchen Sie sich also lieber ein anderes Urlaubsziel oder lassen Sie Ihren Hund daheim.
2. Mein Hund ist ein Mischling. Kann ich mit ihm nach Dänemark einreisen?
Falls einer der Hunde von denen Ihr Hund abstammt einer gelisteten Rasse[2] angehört, beachten Sie bitte die Hinweise für Hunde der gelisteten Rassen.
Ansonsten dürfen Sie natürlich einreisen, falls Sie die wenigen notwendigen Formalien beachten. (Vgl. unseren Beitrag über die Mitnahme von Haustieren)
3. Mein Mischlingshund ähnelt einer verbotenen Rasse[2], es ist aber keiner der gelisteten Hunde in der Verwandschaft. Kann ich den Hund in den Urlaub mitnehmen?
Leider kein sehr leichter Fall. Das Gesetz erlaubt es jedem Polizisten zu entscheiden, ob ein Hund einer gelisteten Rasse angehört und diesen dann zu beschlagnahmen. Es ist jetzt am Besitzer zu beweisen, dass dies nicht der Fall ist. Diese Umkehr der Beweislast ist einer der schwierigsten (und fragwürdigsten) Elemente des Gesetzes.
Wenn Sie im Besitz von Abstammungspapieren sind, nehmen Sie diese unbedingt mit in den Urlaub. Wenn nicht (was bei Mischlingshunden häufig der Fall ist) sollten Sie besser nicht nach Dänemark reisen oder den Hund daheim lassen.
4. Muss ich befürchten, dass mein Hund getötet wird, weil er im Urlaub in eine Beißerei verwickelt wird?
Zwar sieht das Gesetz grundsätzlich diese Möglichkeit vor. Es gibt aber einen entscheidenden Unterschied zur Rassenliste: Es liegt im Ermessen des örtlichen Polizeidirektors, welche Auflagen erteilt werden. Im Falle der Zugehörigkeit zu einer Rasse hingegen muss der Hund getötet werden.
Im Falle von Beißereien ist die Tötung also nur die Ultima Ratio. Vorher kommen etwa Leinen- und Maulkorbzwang oder die Auflage, dass der Hund nur vom Besitzer selbst geführt werden darf.
Entsteht bei der Beißerei allerdings ein schwerer Schaden an Menschen oder anderen Hunden, schreibt das Gesetz vor, den Hund einzuschläfern. Leider erklärt das Gesetz nicht, was genau ein "schwerer Schaden" ist.
Wir können natürlich nicht voraussagen, wie das Gesetz vor Ort ausgelegt wird, aber wir wissen, dass es seit Einführung des Gesetezs 2010 schon Beißereien mit Urlauberhunden gab, es wurde aber, soweit uns bekannt, noch nie einer eingeschläfert.
5. Wie können Sie trotz des Hundegesetzes behaupten, Dänemark wäre ein hundefreundliches Land?
Weil man, wie immer im Leben, eine Sache nicht auf einen Blickwinkel beschränken darf. Das gilt auch für Dänemark und sein Hundegesetz.

Es gibt wenige Länder in Europa, wo man so leicht mit dem Hund einreisen kann. Vergleichen Sie die dänischen Bestimmungen z.B. mal mit Norwegen (obwohl die neuen Regelungen seit 2012 deutlich vereinfacht sind).
Nach Dänemark kann man mit dem Auto reisen. Ich würde nie einen Hund im Flugzeug als Gepäck aufgeben.
Die Dänen lieben selbst Hunde und reagieren auch sehr nett auf Hunde von Urlaubern. Auch das gibt es nicht in jedem Land.
Die Ferienunterkünfte sind zu einem hohen Prozentsatz für Hunde zugelassen und die Zusatzkosten halten sich meist in Grenzen.
Es gibt überall in Dänemark Hundewälder, wo Hunde ganzjährig ohne Leine herumtollen dürfen. Das kennen wir aus anderen Ländern nicht. Ebenso findet man fast überall Tüten für die Hinterlassenschaft der Vierbeiner.
Das Tierarztnetz in Dänemark ist sehr dicht und meist gibt es, dank guter Sprachkenntnisse der Mitarbeiter, auch keine Verständigungsschwierigkeiten.
6. Würden Sie selbst mit Ihrem Hund nach Dänemark fahren?
Ja. Wir haben im Moment keinen Hund, aber wir waren oft mit Hund in Dänemark und würden auch nicht zögern, wieder hinzufahren.
Anm.: Wir würden sowieso nie einen Hund der gelisteten Rassen anschaffen, auch ohne Hundegesetz nicht. Aber das ist natürlich Geschmackssache.
7. Sind Änderungen am Hundegesetz denkbar?
Das wollen wir mal hoffen ;-). Bereits im April 2013 hat die zuständige Ministerin Mette Gjerskov Änderungen in Aussicht gestellt. Realistischerweise wird man nicht vor dem Herbst mit Ergebnissen rechnen, aber wir hoffen sehr, dass dieser Artikel für die nächste Urlaubssaison Makulatur ist.
8. Würden Sie Anderen empfehlen, in Dänemark Urlaub zu machen?
In bestimmten Situationen sicher nicht (vgl. die obigen Fragen). Aber es besteht kein Grund, nicht nach Dänemark zu fahren, wenn der Hund dem Hundegesetz entspricht.
Ob man das möchte muss natürlich jeder selbst entscheiden. Und das ist im Übrigen etwas, was auch ganz ohne Hundegesetz gilt.
  • Stand des Berichtes: August 2013
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