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Neu: Unser Jahresprojekt 2015: Ein Film über Dänemark

Der Dannebrog ist sicherlich das dänischste Zeichen überhaupt.

Der Dannebrog

Der Dannebrog ist sicherlich das bekannteste dänische Symbol überhaupt. Schon an der Grenze sieht man ihn wehen und wo immer man hinkommt: Irgendwo sieht man die rote Fahne mit dem weißen Kreuz.

Dabei handelt es sich (angeblich) um die älteste Nationalflagge der Welt, die immer noch in Gebrauch ist.[1]

Geschichte

Wie ist der Dannebrog entstanden?

Der Legende nach fiel er vom Himmel bei der Schlacht bei Lyndanisse (heute Tallin in Estland) am 15. Juni 1219. Nachweislich erstmalig gebraucht wurde er im 14. Jahrhundert unter Waldemar IV. 1478 wird die Fahne erstmalig in einem dänischen Text erwähnt. [3]

Vielleicht ist die Fahne auch noch älter. Verschiedene Theorien bringen sie mit den Wikingern in Verbindung oder meinen eine Beeinflussung durch die Kriegsflagge des Heiligen Römischen Reiches (1200–1350) nachweisen zu können. [3]

Varianten

Fährt man heute durch Dänemark sieht man unterschiedliche Formen der Fahne: Zum einen die bekannte viereckige Form (Stutflag), den Wimpel, wie man ihn oben sieht, aber auch die Splitfahne.

Die Splitfahne (s. erstes Bild rechts) ist eine offizielle Fahne, die nur von offiziellen Stellen verwendet werden darf, wie z.B. von den Streitkräften und vom Königshaus.

Es gibt auch einige weitere Organisationen, die eine solche Fahne führen dürfen, wie z.B. die Studentenvereinigung, das königliche Waisenhaus, die Marielyst Badevereinigung und, per königlichem Erlass vom 10. Oktober 1876, die Carlsberg Brauerei.

An der Küste markieren zwei überkreuzt an Tore gemalte Splitflaggen eine Seerettungsstation.

Beflaggungsregeln

Entgegen einem allgemeinen Vorurteil gibt es in Dänemark kein zentrales Gesetz über die private Beflaggung.[1]

Aber es gibt durchaus lokale Regelungen und "ungeschriebene Gesetze", die den Gebrauch der Flagge regeln. Diese lassen sich ungefähr so zusammenfassen:[2]

  • Grundsätzlich hat man als Privatperson das Recht, jeden Tag zum Feiertag zu machen, also an jedem Tag zu beflaggen.
  • Mit der Stutflag, wie hier im Bild, wird nur zwischen Sonnenauf- und untergang geflaggt, aber frühestens um 08:00 Uhr.
  • Wenn man mit dem Wimpel flaggt (wie im Panoramabild über diesem Beitrag), muss dieser hingegen Tag und Nacht gehisst bleiben und darf nur für die Zeit entfernt werden, da die Stutflag gehisst ist.
  • Die Länge eines Wimpels sollte etwa 50% der Stangenhöhe betragen.
  • Die Fahnenstange sollte weiß sein mit rotem Kopf.
  • An bestimmten Gedenktagen oder bei Todesfällen wird halbmast geflaggt. Dabei wird die Fahne erst komplett hochgezogen und danach so weit heruntergleassen, dass ihre untere Kante ungefähr auf halber Masthöhe ist.
  • Fallen ein Gedenk- und ein Feiertag zusammen, behält der Gedenktag die Oberhand. Es wird also halbmast geflaggt, selbst wenn die Königin an diesem Tag Geburtstag hätte.

Offizielle Flaggtage

Es gibt eine Reihe von Flaggtagen in Dänemark. Diese gelten zwar praktisch nur für offizielle Stellen und Einrichtungen, aber viele Dänen schließen sich diesen Tagen an.

Eine vollständige Liste der Flaggtage gibt es im Dänischen Wikipedia.[4]

Wir wollen uns mit dem 9. April etwas näher befassen. Für diesen Tag gibt es eine spezielle Regelung:

  • Morgens wird halbmast geflaggt.
  • Danach von 12:00 Uhr (oder 12:02 Uhr) wird die Fahne auf volle Masthöhe hochgezogen.

Das mag auf den ersten Blick seltsam klingen, hat aber einen ernsten Hintergrund. Am 9. April 1940 begann die deutsche Besatzung. An diesem Tag zogen deutsche Truppen in Dänemark ein. Viel hatten die Dänen nicht entgegenzusetzen, bereits nach zwei Stunden ergaben sie sich. 13 dänische Soldaten verloren ihr Leben beim Versuch, den Vormarsch aufzuhalten. [5]

Am 9. April 1945, dem fünften Jahrestag des Einzuges hatte die Freiheitsbewegung für 12:00 Uhr zu 2 Minuten "Stillstand" in Andenken an die Gefallenen des Widerstandes aufgerufen. Am Kopenhagener Rathausplatz schossen Angehörige des "Hipo-folks", eine von der Gestapo etablierte dänische Hilfspolizei, mit Automatikwaffen in die Menge.[6]

Knapp einen Monat später, am 5. Mai 1945 beendeten die Briten die deutsche Besatzung.

Später wurden beide Tage, der 9. April und der 5. Mai zu Flaggtagen erklärt. Wobei am 9. April wegen des Beginns der Besatzung 1940 bis 12:00 Uhr halbmast geflaggt wird.

Andere Flaggen

Die weiter oben erwähnte Regellosigkeit endet allerdings, wenn es um andere Flaggen als den Dannebrog geht.

Die Aufstellung fremder Flaggen muss vom örtlichen Polizeimeister genehmigt werden, wobei diese Genehmigung allerdings meist erteilt wird, wenn es um Fahnen von Dänemark anerkannter Staaten geht, im Zusammenhang mit internationalen Kongressen, Ausstellungen, Treffen oder Einweihungen. [2]

In der Regel muss dabei aber die Dänische Fahne in mindestens gleicher Größe an nicht minder präsentem Platz gehisst werden. [2]

Etwas leichter tun sich die Dänen beim Flaggen mit skandinavischen Fahnen, inklusive der Fahne Grönlands und der Færøer. Dies ist ebenso zulässig wie die Fahne der UN und die Europäische Fahne. Für offizielle Plätze gelten aber sehr genaue Vorgaben, wie diese anzuordnen sind. Die Reihenfolge ist:[7]

  1. Dänemark
  2. Schweden
  3. Norwegen
  4. Finnland
  5. Island

Wobei gilt, dass die dänische Fahne immer an der prominentesten Stelle gehisst werden muss. Auf unserem Foto oben, aufgenommen an der Grenze zu Deutschland, ist gut zu erkennen, was damit gemeint ist.

Auch die Aufstellungsordnung ist festgelegt:

Finnland Schweden Dänemark Norwegen Island

Mehr Beispiele für Aufstellungsordnungen befinden sich in der Quelle[7].

  • Stand des Berichtes: Januar 2010
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