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Die Weltpolitik auf einem Haufen - leider nur als Wachsfiguren...

Wachsfiguren im Musée Grévin

Berlin hat eins, London sowieso, auch Amsterdam oder Kopenhagen. Und Paris? Paris hat natürlich auch ein Wachsfigurenkabinett.

Das Musée Grévin, wie es korrekt heisst, ist mit "Kabinett" aber etwas zu bieder beschrieben, denn es ist weit mehr.

Das vor kurzem umgestaltete Grévin präsentiert sich zunächst als ein Spiel aus Raum, Licht und Spiegeln.

Im "Palais des Mirages", ursprünglich für die Weltausstellung 1900 geschaffen und seit 1908 im Grévin, erleben wir eine Licht- und Klangshow, die Ihresgeleichen sucht. Man sollte sie unbedingt bis zum Ende genießen.

Was uns zuerst auffällt: Die einzelnen Figuren stehen nicht hinter Glas oder hinter Absperrungen sondern sind größtenteils zum Greifen nahe. In einigen Fällen stehen sie so natürlich im Dämmerlicht, dass man erst beim dritten Hinsehen begreift, dass es sich um Wachsfiguren handelt.

Bevor Ihr also den dicken Mann vor euch darauf aufmerksam macht, dass er ständig im Weg steht und doch bitte mal etwas zur Seite gehen möchte, vergewissert euch, ob ihr nicht gegen eine Wachsfigur anredet :-).

Wir wollen darauf verzichten, hier eine (mehr oder weniger) vollständige Liste der im Grévin in Wachs gegossenen Personen aufzuführen, das würde den Rahmen unserer Seite sprengen. Auf unseren Bildern rechts und natürlich in der Galerie findet ihr eine Auswahl.

Der Rundgang ist thematisch gestaltet. Man beginnt im "Théâtre du Tout Paris". Hier begegnen uns Schauspieler und Musiker wie Julia Roberts über Madonna, Johnny Hallyday, Charlez Aznavour, Gérard Depardieu, Elton John. Höhepunkt dieses Teils: Ein kompletter Theatersaal, teilweise mit Figuren besetzt.

Danach begibt man sich ins "Paris Grévin Magazin", das sich ganz den Künstlern und Schriftstellern des 20. Jahrhunderts widmet. Hemingway, Pavarotti, Picasso und Romy Schneider seien hier beispielhaft genannt.

Die nächste Station beschreibt das 20. Jahrhundert in Bildern. Der zweite Weltkrieg in Form einer Schule in Frankreich unter deutscher Besatzung ist hier ebenso dargestellt wie der Mauerfall 1989 und die erste Mondlandung 1969.

Weiter geht es in der Zeit zurück, wir betrachten jetzt die Französische Geschichte. Uns begegnen Louis XIV, der Sonnenkönig, die Jungfrau von Orleans auf dem Scheiterhaufen oder auch Bilder von der Pest im Mittelalter oder der Bartholomäusnacht in Paris 1572 (Mehr zur Bartholomäusnacht auf Wikipedia).

Alles, was bisher nicht unterzubringen war, finden wir in der abschließenden "Grévin Sammlung". Also Marilyn Monroe (natürlich mit fliegendem Rock ;-)), Mahatma Ghandi, der Papst, Mutter Theresa, Alfred Hitchcock und Michael Jackson zum Beispiel.

Sie alle sind im riesigen Säulen- und Kuppelsaal untergebracht, der aus dem Jahre 1882 stammt.

Hier findet man auch Stücke aus der Werkstatt des Grévins, anhand derer man die Entstehung einer Wachsfigur sehr genau erklärt bekommt.

Unser Fazit: Sehr empfehlenswert. Unbedingt etwas Zeit mitbringen, denn ein kompletter Rundgang kann durchaus zwei oder drei Stunden dauern. Aber es lohnt sich. Vielleicht an einem Regentag?

  • Stand des Berichtes: Januar 2004
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