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Geometrisch exakte Linien statt Chaos: Die Deiche an der Südseite von Terschelling.

Deiche an der Südseite

Nach den Fahrten entlang der Nordseite der Insel mit ihren Sandstränden und Salzwiesen wollten wir uns auch der Südseite einmal nähern.

Südlich von Terschelling, zum Festland hin, befindet sich das Wattenmeer, ähnlich wie es auch an der deutschen Nordseeküste zu finden ist.

Zum Wattenmeer hin gibt es Deiche, zumindest in dem Bereich, in dem sich landwirtschaftliche Nutzflächen oder Siedlungen befinden. Hier gibt es oft, vom Meer aus betrachtet, sowohl vor als auch hinter dem Deich Wege, die man gut mit dem Fahrrad befahren kann.

Die Landschaft ist der krasse Gegensatz zur Nordseite. Während die Küste dort durch bizarr geformte Sanddünen und breite Sandstrände gekennzeichnet ist, überwiegt hier die Ordnung.

Die Ordnung durch die von Menschenhand gezogenen Deiche, die im Wechsel geometrisch exakter Linien und Kurven einen genauen Abschluss des Landes zum Meer hin bilden.

Das Fahren auf den Deichen ist auf jeden Fall sehr angenehm, zumindest wenn der Wind fehlt. Keine Berge, gute Straße, keine Autos in der Nähe.

Wir rollen (bei Rückenwind) scheinbar mühelos auf den Deichen dahin, fast muss man schon bremsen um nicht zu schnell zu werden.

Und das wäre schade, denn sonst würden wir wahrscheinlich gleich etwas verpassen: Vielleicht den Blick auf das Wattenmeer, auf die Wiesen am Deich, auf die Vögel, wie z.B. Steinwälzer oder Möwen oder auch einfach nur zurück auf die Mühle von Formerum, in der sich übrigens ein kleines Café befindet.

Das Watt und die Wiesen am Deich werden auch von einigen Vögeln als Rastplätze genutzt. So können wir an einem Tag beispielsweise mehrere Ringelgänse beobachten. Dass es sich um Ringelgänse handelt, haben wir übrigens im Naturmuseum und Seeaquarium herausgefunden.

Kurz vor West Terschelling stoßen wir auf die Skulpturengruppe "Beelden uit Zee". Ein Halt hier ist unbedingt zu empfehlen (s.a. unser gesonderter Bericht).

Hier ist übrigens auch das Foto oben mit der weißen Plastikkugel entstanden. Sieht sie nicht aus wie die Weltkugel?

Folgt man dem Deich weiter Richtung Terschelling, erreicht man bald den Sportboothafen mit den Hafenanlagen. Gegenüber befindet sich ein kleiner Gedenkplatz: Zwei Kanonen und ein altes Holzteil.

Ein Schild erklärt, dass diese Teile vom Segelschiff "The Lutine" wären, eines ursprünglich französischen Schiffes, dass seit der Französichen Revolution im Dienste der Britischen Marine stand. In der Nacht vom 9. auf den 10. Oktober 1799 ist sie vor Terschelling gesunken.

Damals verloren rund 300 Menschen ihr Leben, verrät das Schild. Andere Quellen, z.B. das englische Wikipedia sprechen "nur" von 240 Toten.

Unumstritten ist die Fracht: Rund £ 1.200.000 in Goldbarren und Münzen hatte sie an Bord auf dem Weg von Yarmouth nach Cuxhaven. Ihr Ziel sollte sie nie erreichen. Noch immer liegen einige Millionen auf dem Meeresboden verborgen, verspricht die Tafel.

Wir wollen zwar nicht nach Cuxhaven, aber ein Ziel haben wir auch: West Terschelling, das nun nach wenigen Hundert Metern Fahrt erreicht ist.

  • Stand des Berichtes: Januar 2008
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