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Vitrine mit geborgenen Schätzen aus Wracks im Wrakkenmuseum.

Wrakkenmuseum

Kennt ihr das auch: "Ooooooooooch nöh, nicht schon wieder Museum *heul*..."

Ja, die lieben Kleinen sind oft nur bedingt für musische Bildung zu begeistern.

Das ist beim Wrakkenmuseum ganz anders. Da muss man selbst Jungs, die erst halb neun sind ;-), fest versprechen noch unbedingt ins Wrakkenmuseum zu gehen, bevor der Urlaub zu Ende ist.

Aber auch jeder Erwachsene wird das Wrakkenmuseum lieben. Zumindest wenn er Spaß an mehr oder weniger kuriosen Fundstücken aus alten Schiffswracks hat.

Wer nun allerdings sterile, staubsichere Ausstellungsräume mit Absperrungen aus Kordeln erwartet, wird wohl staunen. Denn was er trifft ist eher eine Kneipe. Eine Kneipe, vollgestellt mit allen möglichen Absurditäten, die vom Meer verschluckt und dann wieder frei gegeben wurden.

Seit 1975 hat der Eigentümer und Wracktaucher Hille van Dieren Inventar aus den vielen Wracks rund um Terschelling hier zusammengetragen. So findet man hier Gegenstände aus der Zeit von 1650 bis heute.

Mittlerweile reicht der Platz im Haus gar nicht mehr aus. Deswegen wurde ein Freigelände für die besonders großen Fundstücke eingerichtet. Besonders spannend: Ein Kinderspielplatz mit einem riesigen Piratenschiff.

Aber wir sind ja schon erwachsen und schauen uns in der Ausstellung noch etwas um.

In den überladenen Vitrinen findet man die unterschiedlichsten Dinge. Altes Porzellan, Ausrüstungsstücke aus deutschen U - Booten, nautisches Gerät, Bekleidungsstücke, Schilder und noch viel mehr.

Und wer unten fertig ist, kann sich gleich auf die Galerie begeben, denn hier geht es nahtlos weiter.

Auch aus der jüngsten Zeit gibt es Beispiele. Im Februar 2006 wurden tausende nagelneue Sportschuhe an den Strand von Terschelling gespült. Es gibt Postkarten, auf denen man den Strand vor lauter Schuhen nicht sehen kann.

Einige der Schuhe hängen hier. Übrigens kann man in einigen Geschäften auf Terschelling immer noch Schuhe von damals kaufen, für 5,- € das Paar. Und in Midsland ist die Fassade eines Geschäftes mit orangen Sportschuhen geschmückt.

Ein anderes Beispiel, auch aus 2006: Beamos. Das ist so eine Art mit Stoff bespannter Frisbie mit einem Loch in der Mitte. Ein Schild verrät (leider nur auf holländisch), dass die Beamos dazu gedacht sind, dass sie von 2 Personen geworfen werden (wie immer das gehen mag) und der Fänger sie dann mit dem Kopf (!!) auffangen muss.

In den USA beträgt der Verkaufspreis satte $ 25,-. Und in Terschelling lagen die einfach so am Strand rum.

Eine besonders rührende Vitrine befindet sich ebenfalls oben auf der Galerie. Hier sind alle möglichen Flaschenposts (gibt es einen Plural von Flaschenpost?) gesammelt. Am ergreifendsten ist eine von der Ilse of Man, die vermutlich ein englisches Mädchen an ihren 2001 verstorbenen Vater gerichtet hat.

Wer von all dem genug hat, kann sich an die Bar setzen und einen Kaffee, ein Bier oder auch einen Terschellinger Schnaps trinken. Vielleicht schaut man dann auf die kleine Leinwand mit Bildern vom Fund der Sportschuhe 2006.

Oder man probiert mal, wie sich ein Taucher gefühlt haben muss mit einer 30 Kg Haube auf dem Kopf.

Die Eintrittspreise sind extrem moderat: Alles was kleiner ist als 1,20m darf umsonst rein, zwischen 1,20 und 1,60 kostet es € 1,-, danach € 2,50. Wer größer ist als 2 m, darf wieder umsonst rein ;-). (Angaben während unseres Besuches Dezember 2007 / Januar 2008 - ohne Gewähr.)


Link: Offizielle Homepage des Wrakkenmuseums.

  • Stand des Berichtes: Januar 2008
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